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Emily van den Bergh Leinenbluse Palma in offwhite

Leinen waschen und bügeln: So bleibt Leinen jahrelang schön

Leinen ist der Stoff, der im Hochsommer trägt, wenn alles andere klebt. Kühl, trocken auf der Haut, mit diesem leicht unregelmäßigen Griff, den keine Kunstfaser nachmacht. Und er hat einen Ruf: kompliziert in der Pflege. Das stimmt nicht, Leinen ist sogar die robusteste Faser in deinem Schrank. Man muss nur wissen, was sie mag.

Hier steht, worauf es ankommt: beim Waschen, beim Trocknen, beim Bügeln.

Was Leinen besonders macht

Leinen wird aus den Stängelfasern des Flachses gewonnen, eine reine Naturfaser, seit Jahrtausenden in Gebrauch. Sie nimmt viel Feuchtigkeit auf, ohne sich feucht anzufühlen, und gibt sie schnell wieder ab. Deshalb kühlt Leinen.

Der entscheidende Punkt für die Pflege: Leinen ist nass sogar fester als trocken. Damit ist es das genaue Gegenteil von Viskose, die im nassen Zustand empfindlich wird, nachzulesen im Beitrag Viskose waschen, trocknen und bügeln. Wer beide Stoffe im Schrank hat, sollte sie auch unterschiedlich behandeln.

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Leinen waschen: Schritt für Schritt

Leinen wäscht man bei 30 bis 40 °C im Feinwaschgang. Mehr braucht es nicht, und mehr verträgt die Farbe auf Dauer auch nicht.

  1. Etikett lesen. Es gewinnt immer. Steht dort „Handwäsche“, gilt das.
  2. Nach Farben sortieren. Ungefärbtes Naturleinen und helles Offwhite bleiben unter sich, Leinen nimmt fremde Farbe bereitwillig an.
  3. Auf links drehen. Schützt bedruckte Stellen und Stickereien.
  4. Feinwaschgang bei 30 bis 40 °C. Die Trommel nur halb füllen, damit sich das Teil frei bewegen kann.
  5. Feinwaschmittel ohne Bleiche. Optische Aufheller lassen Naturleinen fleckig wirken.
  6. Keinen Weichspüler. Er legt sich um die Faser, nimmt Leinen die Saugfähigkeit und damit genau die Eigenschaft, für die man es kauft. Leinen wird von selbst weicher, mit jeder Wäsche.
  7. Schleudern auf 600 Umdrehungen. Leinen verträgt mehr als Viskose, aber jede Umdrehung mehr bedeutet mehr Knitter, die man später herausbügeln muss.

Läuft Leinen beim Waschen ein?

Beim ersten Waschen kann Leinen leicht eingehen, bei nicht vorgewaschener Ware bis zu etwa fünf Prozent. Konfektionierte Kleidung ist in aller Regel vorgewaschen, da passiert nichts mehr. Wer sichergehen will, wäscht das erste Mal kühl und trocknet an der Luft.

Was Leinen dagegen zuverlässig einlaufen lässt, ist der Trockner. Hitze und Trommelbewegung zusammen sind auch für eine robuste Naturfaser zu viel.

Trocknen ohne Formverlust

Nach dem Schleudern das Teil kräftig ausschütteln und in Form ziehen, bei Leinen darf man ruhig beherzt zupacken, die Faser hält das aus. Nähte glattstreichen, Kragen und Manschetten richten. Diese halbe Minute spart später die Hälfte der Bügelzeit.

Dann auf einen breiten Bügel oder flach auf ein Handtuch. Nicht in die pralle Sonne: Sie bleicht gefärbtes Leinen aus. Und nicht vollständig durchtrocknen lassen, wenn du noch bügeln willst, leicht feucht geht es viel leichter.

Leinen bügeln: hier darf es heiß werden

Leinen verträgt die höchste Bügelstufe, drei Punkte, rund 200 °C, gern mit Dampf. Das ist der große Unterschied zu Viskose, die bei zwei Punkten aufhört. Wer beides mit derselben Einstellung bügelt, macht bei einem von beiden etwas falsch.

Am besten bügelst du Leinen leicht feucht. Ist das Teil schon trocken, sprüh es an und lass die Feuchtigkeit kurz einziehen. Dunkle Farben von links bügeln, sonst können glänzende Stellen entstehen. Helles Naturleinen ist da unempfindlich.

Warum Leinen knittert, und warum das kein Mangel ist

Die Leinenfaser ist glatt und wenig elastisch. Wird sie gebogen, bleibt die Biegung zunächst stehen, das ist der Knitter. Keine Qualitätsfrage, sondern Physik: Auch das teuerste Leinen knittert.

In der Mode gilt dieser Fall längst als Teil des Looks. Wer es trotzdem glatter mag, greift zu Mischgeweben mit Baumwoll- oder Viskoseanteil, wählt lockere Schnitte statt anliegender, und hängt das Teil nach dem Tragen über Nacht auf, vieles fällt von allein heraus.

Die häufigsten Fehler

  • Weichspüler benutzt. Nimmt Leinen die Saugfähigkeit und den kühlenden Effekt.
  • In den Trockner gegeben. Der zuverlässigste Weg, ein Leinenteil kleiner zu machen.
  • Zu voll geschleudert. Mehr Knitter, als nötig wären.
  • Trocken und ohne Dampf gebügelt. Kostet Kraft und bringt wenig, Leinen will Feuchtigkeit.
  • Mit Bleiche gewaschen. Naturleinen wird davon fleckig statt weiß.
  • Feucht im Schrank verstaut. Leinen ist anfällig für Stockflecken. Immer ganz durchtrocknen lassen.

Häufige Fragen zu Leinen

Bei wie viel Grad wäscht man Leinen?

Bei 30 bis 40 °C im Feinwaschgang, mit Feinwaschmittel und ohne Weichspüler. Weiße Tisch- und Bettwäsche aus Leinen verträgt auch 60 °C, gefärbte Kleidung sollte darunter bleiben.

Darf Leinen in den Trockner?

Besser nicht. Leinen läuft dabei ein und wird hart. Wenn es schnell gehen muss, im Schonprogramm nur antrocknen und den Rest an der Luft erledigen lassen.

Wie bekomme ich Knitter aus Leinen?

Leicht feucht bügeln, höchste Stufe, mit Dampf. Alternativ das Teil feucht auf einen Bügel hängen, ein großer Teil der Falten fällt von allein heraus. Ein Dampfglätter funktioniert ebenfalls gut.

Wird Leinen mit der Zeit weicher?

Ja, und das ist der schöne Teil. Jede Wäsche macht Leinen geschmeidiger, ohne dass es an Festigkeit verliert. Ein Leinenhemd nach fünf Jahren trägt sich besser als am ersten Tag, deshalb keinen Weichspüler, die Zeit erledigt das von selbst.

Ist Leinen dasselbe wie Leinwand oder Halbleinen?

Nein. Leinen bezeichnet die Faser aus Flachs. „Halbleinen“ ist ein Mischgewebe mit mindestens 40 Prozent Leinen, meist mit Baumwolle, es knittert weniger und wird wie Baumwolle gepflegt. „Leinwand“ ist dagegen eine Webart und sagt nichts über das Material.

Wie lagere ich Leinen richtig?

Hängend oder locker gefaltet, immer vollständig trocken und luftig. Scharfe Bügelfalten über Monate können die Faser an der Kante brechen lassen, falte größere Teile beim nächsten Mal anders.

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Kurz gesagt: kühl waschen, kein Weichspüler, an der Luft trocknen, feucht und heiß bügeln. Dann wird Leinen mit den Jahren nur besser. Welche Form dir dabei am meisten liegt, klärt der Beitrag Hemdbluse, Tunika oder Oversize-Bluse. Stöbern kannst du in unseren Blusen und Tuniken, bei den Kleidern oder im Sale.

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